In der Wildnis

Montag, 14.08.17

Die kalte Nacht liegt uns am nächsten Morgen noch in den Knochen und so brauchen wir ziemlich lange um aufzustehen. Der erste Punkt der Tagesordnung ist die genaue Wetterlage herauszufinden, um besser planen zu können. Da der Empfang bei unserem Platz recht schlecht bzw. nur zeitweise vorhanden ist, machen wir uns zum Auto auf und versuchen es da. Doch dort ist es ebenfalls nicht möglich und so gehen wir den Weg entlang, der uns 2 Tage zuvor die Schwierigkeiten bereit hatte, und erreichen nach einigen Minuten eine Kurve, in der wir ausreichend Internet haben, um die Wettervorschau aufzurufen. Erschreckt stellen wir fest, dass es die gesamte nächste Woche einschließlich morgen regnen würde. Wir fassen den Beschluss, nur noch eine Nacht im Wald zu verbringen, da die kalten Temperaturen kombiniert mit dem Regen für uns nur schwer durchzustehen sein würden. Abgesehen davon waren wir uns nicht einmal sicher, ob unser Shelter herhält, es ist schließlich an einer Seite offen. Wir laufen zurück zu unserem Lager und Sebi fängt an, nachdem er seinen Löffel entweder zuhause vergessen oder in den endlosen Weiten des Autos verloren hatte, einen Neuen zu schnitzen. Ich wollte eigentlich diesen Bericht weiterschreiben, lasse dies aber aufgrund fehlender Motivation und liege stattdessen Gitarre spielend unter der Plane. Als nächstes machen wir ein Feuer und kochen Nudeln darüber. Noch Pesto dazu und unser Mittagessen ist fertig. Nun kommt die zuvor in die Sonne gelegte Solardusche zum Einsatz, um unsere seit einigen (keine Ahnung wie viele, aber auf jeden Fall zu viele) Tage ungewaschenen Körper wieder annehmbar zu machen. Wir hängen sie unter einen Baum, jedoch ist die Höhe nicht optimal und so müssen wir im Sitzen duschen. Als das erledigt ist, legen wir uns erneut unter die Plane. Und mehr passiert die nächste Zeit auch erstmal nicht. DSC00768Irgendwann beschließt Sebi angeln zu gehen, da das besser ist als rumzuliegen und ich gehe mit. Wir machen uns als runter zum See, ausgestattet mit Gummistiefeln, ohne die die ganze Unternehmung wahrscheinlich nicht durchführbar gewesen wäre, da wie ja bereits beschrieben, der ganze See von einem großen Moor/Sumpffeld umgeben ist, in welches man gut und gerne mal tief einsinken kann. Wir angeln zunächst mit Blinker (für alle, denen das nichts sagt: Das ist ein glitzerndes Ding mit Haken, welches Raubfische für einen anderen Fisch halten), doch als das keinen Erfolg bringt, steigen wir auf Schwimmer (typisches Angeln mit kleiner „Boje“) um. Links und rechts von uns scheinen die Fische grade Partys zu feiern, da im Abstand von 5-10 min einer von ihnen aus dem Wasser springt. Nur bei uns passiert nichts und so machen wir uns mit kalten Füßen auf den Rückweg. Als nächstes probieren wir unser Feuer zu optimieren und suchen dafür im Wald vermeintlich trockenes Holz, was wir zersägen und zu kleinen Scheiten zerspalten. Als wir das kurz darauf entzünden, stellt sich heraus, dass die Mühen umsonst waren. Das Holz brennt genauso schlecht wie das von gestern. Das führen wir auf einen nassen Sommer in Norwegen zurück, aber wissen tun wir es nicht. DSC00760Als Abendessen wollen wir Kartoffeln kochen und stellen die klein geschnitten mit Wasser in einen Topf über das Feuer. Jedoch macht sich hier die Qualität unseres Feuerholzes bemerkbar, das, anstatt die Kartoffeln zu erhitzen, einfach ausgeht. Da damit unser Abendessen ausfällt, schauen wir uns nach Alternativen um und so gibt’s stattdessen Haferflocken mit Milch und das restliche Knäckebrot. Leicht durchgefroren, beschließen wir den Tag zu beenden.

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